Die Baustelle ist eröffnet #7

Die ersten Arbeiten am Gesellen

Es war Sommer. Badewetter jeden Tag. Was für ein Glück, dass man ein Boot hatte. Ich war nun jedes Wochenende auf dem Boot. Habe teilweise auch unter der Woche an Bord geschlafen, aber die Anbindung mit den Öffentlichen war nicht die Beste. Und da man stets Werkzeug oder Einkäufe mitzuführen hatte, war das Auto die bequemste Anreisemöglichkeit. Ziemlich genau 45 Minuten dauerte der einfache Weg. Den Großteil der Strecke war Autobahn, also relativ entspannt.

Die ersten Arbeiten, welche ich ausführte war den Schriftzug „TREUER GESELL“ zu erneuern. Auch das Holzschild, welches jeweils auf Backbord und Steuerbord hängt wurde neu lackiert.

Mit meinem Vater baute ich eine neue Couch aus alten Paletten.

Der Rest blieb erstmal so wie er war. Aber ich hatte schon den Plan entwickelt irgendwann alles Mal neu zu bauen. Zumal beispielsweise die Fenster katastrophal aussahen. Und irgendwie wollte man ja auch wissen, wie die Substanz war. Ich habe einen eigenen Thread im Boote-Forum eröffnet um die Arbeiten festzuhalten. Bei Interesse schaut dort gerne mal vorbei -> https://www.boote-forum.de/showthread.php?t=259839

Leinen los! #6

Die ersten Fahrstunden an Bord.

Ein paar Tage später war es dann soweit. Mein Vater und ich fuhren zum Boot und machten einen letzten Scheck. Unser Lehrer kam kurz darauf – sportlich – mit dem Rad zum Flakensee, Erkner. Ein sympathischer Typ. Er sei sowas schon öfter gefahren, beruhigte er uns und die anderen Steglieger, welche sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten.

Wir legten ab. Kurven steuern. Boot aufstoppen. Alles klappte besser als erwartet. Das Boot fuhr nicht wie auf Schienen, wohl aber so gut, dass es unseren Fahrschullehrer beeindruckte. Lediglich rückwärts klappt nicht so recht. Der Gang ist wohl wirklich nur zum aufstoppen gedacht. Der Radeffekt, welcher verantwortlich für das Versetzen das Bootes nach Steuerbord oder Backbord beim Rückwärtsdrehen der Schraube ist, ist sehr stark ausgeprägt beim Gesellen.

Nun waren mein Vater und ich an der Reihe. Jeder konnte erste Erfahrungen beim Steuern machen – ein tolles Gefühl. Von der Seemitte winkten wir den anderen Stegliegern zu und fuhren eine Wende. Kurs Schleuse Woltersdorf. Das stand nämlich auch noch auf unserer Liste. Das erste Mal schleusen.

Die Schleuse war noch zu. Ein anderes, kleines Sportboot wartete vor uns. Wir gingen hinter ihm längsseits an die Sportbootwartestelle. Kurze Zeit später öffnete die Schleuse und eine weitere kurze Zeit später sprang die Ampel auf grün. Einfahrt. Längsseits anlegen. Passt.

Die nächsten Minuten ging es, unter Beobachtung eines großen Zuschauerkommens, auf der Schleusenbrücke, ein paar Meter nach oben.

Das Wegepfandbier für den Schleusenmeister wurde nicht vergessen

Das war sie also. Die erste Schleusung mit dem Gesellen. Vorsichtshalber hatten wir das Steuer zurück an unseren Fahrschullehrer übergeben. Alles lief unproblematisch.

Nach einer weiteren kurzen Runde auf dem Kalksee und dem testweise Ausbringen des Ankers, fuhren wir wieder Richtung Schleuse. Wieder war sie geschlossen, die Ampel auf rot.

Nun kam ein weiteres „Erstes Mal“. Der Funk wurde bedient. Das war uns nur erlaubt, weil unser Fahrschullehrer einen Funkschein hatte. Ohne diesen hätten wir offiziell den Gesell gar nicht fahren dürfen.

Treuer Gesell: „Woltersdorf Schleuse , Woltersdorf Schleuse , Woltersdorf Schleuse , hier spricht Sportboot Treuer Gesell, Sportboot Treuer Gesell, Sportboot Treuer Gesell, bitte kommen!“ Schleuse Woltersdorf: „Ja, hier Schleuse Woltersdorf wat jibts?“ Treuer Gesell: „Wir wollten fragen, wann die nächste Schleusung ansteht.“ Schleuse Woltersdorf: „Na wir fahren gerade wieder ruff. Ick sach ma 20 Minuten dann könnta mit runter wenna wollt.“ Treuer Gesell: „Danke, Ende“

Nach grün werden der Ampel wollten wir den Motor starten, doch es machte lediglich „Klick“. Auch beim zweiten, dritten und vierten Mal. „Klick“. Oh man was für ein Mist.  Über große Außenlautsprecher der Schleuse erfolgte die Nachfrage was denn nun ist, die Schleuse stünde offen. Ich meldete mich über Funk mit Motorproblemen. Mein Vater war derweil schon im Maschinenraum verschwunden. „Probiert nochmal“. Diesmal gab es kein Klicken, der Motor sprang an als sei nicht gewesen. Triumph. Ab in die Schleuse. Runter und Kurs Richtung Steg. Wir legten ein paar Mal an und ab, sodass ich mich sicher fühlte, auch mal alleine zu fahren. Die anderen Steglieger waren zufrieden und sprachen uns ein Lob aus.

Lizenz zum Bootfahren #5

Sportbootführerschein

Nach Erwerb des Bootes wollte ich natürlich mal ablegen und mit meinem Häuschen fahren. Schnell waren meine Eltern und ich für den Sportbootführerschein angemeldet. Wir haben uns für ein „rundumsorglos-Paket“ entschieden. Ein paar Theoriestunden und so viele Praxisstunden, bis der Lehrer denkt man kann die Prüfung bestehen. Die Theorie war reine Fleißarbeit. Den Fragenkatalog gab es als Buch und zusätzlich konnte man kostenfreie Apps zum lernen benutzen. Außerdem musste man noch Knoten können. Insgesamt zehn, von denen aber nur sechs geprüft werden. Die waren schnell erlernt und so rückte der Termin der Prüfung immer näher. Die Fahrstunden absolvierten meine Eltern und ich gemeinsam. Wir wollten alle den Schein haben, sodass jeder in der Lage ist, den Gesellen zu manövrieren, und zumindest etwas über die Materie weiß.

Tatsächlich ist es so, dass der Sportbootführerschein keinen Unterschied macht, ob der Inhaber ein kleines Schlauchboot mit 15PS, oder ein 100 Jahre altes, 30 Tonnen schweres Plattbodenschiff, fährt. Da sollte man schon wissen was man tut.

Vor der Prüfung war ich tatsächlich nervös. Lernen war noch nie meine Stärke und so fand ich mich mit meinem Vater kurz vor der Prüfung immer noch die Fragen studierend, währenddessen meine Mutter eher Angst vor dem Anlegemanöver hatte.

Der Tag der Prüfung: Erfolg. Wir alle haben den Schein bestanden und machten noch einen Termin mit unserem Fahrschullehrer aus. Er soll bei unserer ersten Fahrt mit dem Gesellen dabei sein.

 

Der Treue Gesell #4

Erstes Kennenlernen

Der Tag der Übernahme ist gekommen. Luis war noch immer nicht fertig mit dem Aufräumen seiner Sachen. Sein Wagen war mehr als voll und so schenkte er mir kurzerhand all das, was noch auf dem Boot war. Netter Zug Luis, Danke. Dann ging es noch einmal durchs Boot. Bewaffnet mit einem Aufnahmegerät zeichnete ich Luis ganze Anmerkungen auf. Wo gehört welcher Schlauch dran und welcher Hebel ist für welches Seeventil.

Ich lauschte aufmerksam seinen Worten und versuchte professionell zu wirken. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich um ihm im Wissen zu lassen, dass sein Boot in Zukunft nicht von einem Vollblutanfänger bewohnt wird. Nach unserem Rundgang setzten wir uns auf das Achterdeck. Eine Flasche warmer Jägermeister wurde hervorgebracht und nach Unterschrift der Papiere und Übergabe der Anzahlung wurde angestoßen.

Kurze Zeit später war Louis verschwunden.

Ich konnte es kaum fassen. Ruhe. Totales Chaos auf dem Boot. Ich griff in meine Tasche und holte eine kalte Flasche Berliner Kindl heraus, schnappte mir einen Liegestuhl, klappte ihn auf dem Vordeck auf und ließ mich seufzend nieder. KNACK. Schon war die Idylle hin. Ich knallte mit dem Steißbein auf den Boden und das Bier ergoss ich über mich. Toller Start. Ich musste dennoch lachen. Die erste Baustelle war eröffnet. Ich brauche einen neuen Liegestuhl. Der zweite Versuch verlief zu meiner Zufriedenheit. So saß ich also auf meinem Schiff. 15m, 30 Tonnen 100 Jahre alter Stahl und ein kaum 20 Jähriger.

Auf diesen Bildern sah ich den Treuen Gesellen das erste Mal.

Bootssuche #3

vom Aalschoker zur Tjalk zum Fahrgastschiff zum Plattbodenschiff

Mir wurde schnell bewusst, dass es mit einem Boot allein nicht getan war. Mindestens genauso wichtig ist es, einen Liegeplatz für das Boot zu finden. Ich möchte auf dem Boot leben, also sollte der Liegeplatz möglichst zentral gelegen sein. Am besten mitten in der Stadt und fußläufig zu einer S-Bahn Station. Sehr schwierig, wie sich zeigen sollte. Und wenn es einen gab, dann war dieser unfassbar teuer. Die City Marina machte mir ein Angebot von um die 600 Euro – im Monat. Der Traum vom Hausboot rückte in weite Ferne.

Mittlerweile hatte ich Kontakt zu diversen Marinas und Stegbetreibern. Die Mails an meine Eltern häuften sich. „Ich habe den perfekten Platz gefunden.“, „Das hier ist es doch“, „Jackpot!“, „Sofort kaufen!“ waren nur einige Betreffzeilen meiner Mails. Meine Mutter konterte: „Kein Strom“, „Zu Teuer“, „Was willst du da, das ist eine Insel?!“, doch einmal kam „Frag an!“.

Ich hatte tatsächlich einen Platz in der Altstadt Spandau. 300 Euro im Monat – sehr viel Geld für mein mickriges Azubigehalt, aber bezahlbar. Ich war voller Tatendrang und forcierte die Suche wieder auf Boote. Klassiker. Stahlpötte. Alte Berufsschiffe.

Die Bootssuche machte einen Heidenspaß. Ich konnte mir vorstellen auf jedem Boot zu leben. Eines hatte es mir gleich zu Beginn angetan. Ein Aalschokker aus dem Jahr 1918. Ein echter Klassiker. Das Boot lag in der Gegend von Dortmund und wurde von einem holländischen Ehepaar bewohnt. Als ich zur Besichtigung aufbrechen wollte kam die ernüchternde Antwort: „Wir haben heute verkauft“. Was für ein Mist. Mit dem Herren hatte ich monatelang Kontakt. Er hat mir ständig erzählt, dass es in Holland viel leichter sei, einen Liegeplatz zu bekommen und hat sich immer gewundert, warum ich mich so sträube das Boot zu kaufen, ohne einen Liegeplatz zu besitzen. Sei es drum. Haken dran. Ich wusste es würde ein anderes Boot auf mich warten.

Ich machte meine Suche im Boote-Forum öffentlich. Die Resonanz war enorm. Ich erhielt nach wenigen Minuten bereits viele Klicks und Antworten. Hier zeigte sich, wer mit mir auf der gleichen Wellenlänge war. Von „Wo ist der Champagnerkühler“ bis hin zu „Ach die paar Löcher im Rumpf, was soll schon sein“, war alles verteten.

Es kristallisierten sich eine Hand voll Mitglieder heraus, mit denen ich auf Anhieb gut konnte. Auch wenn ich bislang nur ein paar persönlich kennen lernen durfte, glaube ich Sie meine Freunde nennen zu dürfen. Das ist so unter Bootsbesitzern. Man teilt dasselbe, verrückte, teure Hobby und versteht den Gegenüber – meistens.

Schnell waren die maroden Angebote rausgefiltert. Mein Interesse galt einer Tjalk, ein Traum von einem Schiff. Teak Deck, Bugstrahlruder, gutes Längen/Breite-Verhältnis, kein Wartungsstau. Man hätte direkt einziehen können. Aber natürlich hatte das seinen Preis. Ich glaube 69.000 Euro. Nicht verhandelbar mit meinen Eltern. Im Nachhinein, wäre es wohl der kostengünstigere Deal gewesen.

Es hieß also weiter suchen. Ich suchte fast ausschließlich in Holland. Dort waren die Boote schöner, älter, günstiger. Leider sind die Boote dort oft über 15m lang, was damals in Deutschland ein Problem war, da der Sportbootführerschein eine maximale Länge von 15m erlaubte. Alles darüber erforderte ein Patent. Mehraufwand. Zusatzkosten.

Mittlerweile dürfen Sportbootführerscheinbesitzer Boote bis zu einer Länge von 21 Metern fahren. Es gibt allerdings bestimmte Vorschriften auf gewissen Schifffahrtsstraßen.

Ich wurde dann ausgerechnet bei Ebay Kleinanzeigen fündig. In Berlin. Mit Liegeplatz. Am nächsten Tag stand ich an der Rummelsburger Bucht. Ich war verabredete mit einem Herrn, der alte Fahrgastschiffe nach Berlin bringt, dort komplett entkernt und dann mit Gewinn verkauft. So auch die Reinwasser. Eine alte Fähre, welche zum Laborschiff umgebaut und anschließend als Partyschiff genutzt wurde. Mit einem Liegeplatz in der Rummelsburger Bucht?! Konnte das sein? Nicht wirklich, wie sich herausstellte. Das Land hatte mit dem weiter oben genannten Architekten einen Pachtvertrag. Dieser vermietete die Liegeplätze unter. Ohne Strom oder Wasser. Wir fanden über diverse Zeitungsartikel den Namen des Architekten heraus und fragten nach. Er duldet die Boote, sollte es aber zu einem positiven Entscheid seines Vorhabens kommen wären alle Liegeplatzverträge hinfällig.
So hatte der Verkäufer der Reinwasser uns das nicht geschildet. Und dafür war der Kaufbertrag für das Boot schlichtweg zu hoch. Es war ja quasi nur ein Stahlkasko.

Es war das erste Mal, wo meine Eltern es sich auch wirklich hätten vorstellen können, ein Schiff zu erwerben. Wir waren sogar ein 2. Mal vor Ort, um eine Probefahrt zu machen. Ich hing wirklich sehr an diesem Boot. Blieb weiterhin im Kontakt und versuchte meine Eltern zu überzeugen, aber keine Chance. Ich war demotiviert. Dachte das war es. Meine Eltern waren erneut die Bösen. Wenn sie dazu nicht ja sagen, dann auch zu keinem anderen Boot, dachte ich mir. Hier findet ihr den Thread zur Reinwasser im Boote-Forum (https://www.boote-forum.de/showthread.php?t=244127 )

Ich suchte nur noch sporadisch, las viel über andere, ähnliche Projekte im Boote-Forum und fand mich damit ab, wie jeder andere in einer Mietwohnung meinen Platz zu finden.

Weitere Wochen vergingen. Ich sagte den Liegeplatz in der Altstadt Spandau ab und konzentrierte mich auf die Ausbildung.

„Eine neue Nachricht“ – im Boote-Forum. Luis, ein mir bis dahin unbekannter User: „Hey Johnny, ich habe gelesen, dass du nach einem Boot suchst. Ich bin am überlegen mich wieder zu verkleinern und habe, so glaube ich, das perfekte Boot für dich. Lass uns mal telefonieren.“

So oder so ähnlich wurde ich angeschrieben. Ich schaute mir die Beiträge von Luis an und da sah ich den Treuen Gesellen das erste Mal. Seine Freundin und er hatten den Gesellen erst vor kurzer Zeit selbst erworben. Aber ein Kind war im Anmarsch und so verschoben sich die Prioritäten. Glück für beiden Seiten. Nach einigen Telefonaten und sympathischem Austausch von Ideen und Vorhaben verabredeten wir uns zu einer Besichtigung. Auch der Gesell hatte einen Liegeplatz. In Erkner. Stadtrand. Natur Pur, aber nicht zentral und mit 260 Euro im Monat auch nicht günstig. Dennoch, der Gesell war definitiv ein Kaufkandidat. Und Luis. war definitiv ein guter Verkäufer. Er selber war gerade am umbauen als wir dem Gesellen besichtigten. Es musste definitiv noch Zeit, Geld und Arbeit hineinfließen.

Es wurde aber auch schon viel getan. Der Motor war mit 300 Betriebsstunden gerade mal eingefahren. Das Getriebe war neuwertig und da es aus der Berufsschifffahrt stammt gut geeignet. Das Vorderschiff wurde genauso auf gedoppelt wie der Heckbereich des Schiffs. Auch wurden Teile des Innenraum neu konserviert. Ein neues enorm großes Seeventil wurde eingeschweißt. Technisch stand der Gesell gut da. Außerdem war gerade ein Elektriker an Bord, ein Freund von Luis – das machte Mut. „Die Elektronik wird gerade noch fertig gemacht“. Das stimmte leider nicht ganz, aber dazu mehr im Verlauf.

Wir waren alle sehr gespannt. Meine Eltern ein wenig mehr als ich, wunderte ich mich die ganze Zeit. Meine Eltern hatten zwar noch aus der alten Zeit die Segelscheine und damit wesentlich mehr Erfahrungen mit Booten als ich, aber keiner von uns hatte den SBF Binnen. War das klug? Ein Boot kaufen ohne vorher auf einem Boot gewesen zu sein, geschweige denn drauf gelebt zu haben – noch dazu ohne den notwendigen Befähigungsschein zu besitzen? JA! Das klingt sowas von nach mir.

Die Probefahrt fiel auf Grund von relativ starkem Wind ins Wasser. Wir erfuhren erst später von einem andern Anlieger am Steg, dass Luis die Einfahrt eines Tages nicht so ganz meisterte und den einen Dalben ordentlich crashte – eine Sache, welche mir auch noch passieren sollte.

Die Rückfahrt von der Besichtigung war entspannt. Ich hatte mir verschiedenste Argumente zu Recht gelegt, um meine Eltern überzeugen zu können. Wie kriege ich meine Eltern dazu, mir einen Haufen Geld zu geben, um mir ein Wohnschiff zu kaufen. Doch wie bereits oben erwähnt hatte das Luis bereits getan. „Cooles Teil“, „Stell dir mal vor, Raini, wir könnten damit nach Holland wenn wir in Rente sind“, „Doch, lass uns das machen“, meinte meine Mutter. Mein Vater kam mit seinem Standard Spruch: “Mich würde mal interessieren, was man da eigentlich kauft.“ „Wie kann Luis uns nachweisen, dass es sein Schiff ist?“. Irgendwann muss er mal echt schlechte Erfahrungen gemacht haben, oder er ist einfach etwas skeptischer. Zugegeben es war eine beachtliche Summer die Luis haben wollte, aber ich hatte in keinem Moment ein schlechtes Gefühl. Am Abend noch rief ich ihn an und vereinbarte, wenn er es denn verkaufen möchte würden wir es nehmen. Luis war perplex. Wir machten einen Termin aus zur Probefahrt, Einweisung und Übergabe des Bootes gegen Anzahlung.

Ich stand auf der Terrasse, auf die ich gegangen bin, um in Ruhe zu telefonieren. Nach Beendigung des Telefonats musste ich grinsen.

Wie Alles begann #2

Wohnungssuche in Berlin

 

2014: Das Abi in der Tasche, die Ausbildung zum Großteil absolviert und natürlich: Stress mit den Eltern. So ist das eben im Leben. Ich musste raus und wollte endlich auf eigenen Beinen stehen. Ein wenig paradox, da ich mit meiner Mutter ständig auf Wohnungsbesichtigungen verschiedener Eigentumswohnungen war, die ich mir natürlich nicht hätte leisten können. Miete? Wenn irgendwiemöglich: etwas Eigenes. Zwei Jahre war ich mittlerweile auf der Suche nach einer Wohnung. Eines Tages, ich weiß gar nicht wie das kam, wurde mein Interesse auf Hausboote gelenkt. Floating Lofts waren ein Thema am Tegeler See und auch an der Rummelsburger Bucht war ein Architekt scharf darauf, schwimmende Häuser zu erichten. Für mich viel zu teuer, aber es gab ja noch die Low Budget Variante. Schwimmende Lauben quasi. Alte Lastenkähne. Gemütlich ausgebaut, romantisch und sehr rustikal. Ich war hin und weg.

Nach dieser Erkenntnis tauschte ich Immobilienbörsen gegen Bootsbörsen. Ich meldete mich im Boote-Forum an, um mein Vorhaben vorzustellen. Dort war ich nicht der erste mit der Idee. Viele versuchten mir die Geschichte auszureden, andere versuchten mir Mut zu machen.

Wer bin ich? #1

„Willst du arbeiten bis zum Tod? Kaufe dir ein altes Boot!“

Ahoi,

mein Name ist Johnny, ich bin vor kurzem 25 Jahre alt geworden und das hier ist mein Blog.

Ich komme aus Berlin und habe eines der schönsten Hobbys der Welt – Boote.

Vor circa 4 Jahren hat mich das Virus gepackt und seit dem komme ich nicht mehr los vom Wasser.

Der Blog soll mir helfen den Überblick zu behalten, meine nächsten Schritte zu planen und bereits Erreichtes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Euch soll er amüsieren und helfen aus meinen Fehlern und Erfolgen zu lernen.