Baustelle auf den letzten Drücker #10

Herrentag an Bord

Ich lag mittlerweile am Niederneuendorfer See. Ein Liegeplatz zu dem mir meine Oma verhalf. Sie handelte mit dem türkischen Besitzer sogar einen schönen Rabatt raus. Danke Omi.

Die ersten Umbauten waren beschlossen und ich wollte gerne beginnen. Die Dachterrasse war marode. Außerdem war der oben montierte Handlauf eine Gefahr und sollte schnellstmöglich erneuert werden. Ein Fall für Leon. Ich: „Meinst du wir könnten uns mal die Terrasse auf meinem Boot angucken?“ Er: „Klar, wann?“

Wenige Tage und eine Besichtigung der zukünftigen Baustelle später bekam ich schon die Nachricht vom Holzlieferanten meine Lärche sei da.

Ich entfernte die alten Bretter gemeinsam mit meiner Freundin, bereitete alles vor und fuhr gemeinsam mit Leon die Baustelle zur Havelbaude. Die Havelbaude ist ideal. Ich kann schnell da sein, man kann laut sein und man hat jede Menge Platz. Noch heute überwintere ich gerne dort.

Der Herrentag 2017 stand an. Tatsächlich hatten wir noch 2 Tage bis zum Ehrentag der Männer. Das Boot hatte aber keine Dachterrasse mehr. Und so kam es, dass jede Menge freiwillige Helfer am Treuen Gesellen anzutreffen waren. Früh morgens in der kühlen, sonnenfreien Zeit strichen Flori und ich das offengelegte Stahldach mit neuem Bitumen. Nach mehreren Schichten und kurzer Trockenzeit begann Leon die Unterkonstruktion zu verlegen. Es folgten die Latten. Eine Arbeit, bei der man von Minute zu Minute einen Fortschritt sieht. Das macht Spaß, selbst im Regen. Bis spät abends waren wir vor Ort und machten mit der letzten Latte Feierabend. Dann, am nächsten Tag – Herrentag – mussten nur noch die Handläufe montiert werden und die Überstände der Latten abgeschnitten werden.

Kurze Dusche und wir konnten ablegen. „Pflong“ – die Kronkorken flogen nur so durch die Gegend. Ich blieb gesetzestreu nüchtern. Wir waren insgesamt eine Truppe von gut 25 Mann, aufgeteilt auf 3 Boote. Ein Lotos 2 eines Freundes, einem weitern Kajütboot eines Freundes mit Außenborder und eben der Treue Gesell. Unser Ziel war die Marina Liebenwalde. Da wir auf Grund der Arbeiten erst recht spät losgekommen sind, mussten wir bei Lehnitz irgendwo übernachten. Wir machten an einem Schubverband an der Malzer Werft fest. Hier kamen weitere Freunde an Bord und es wurde sich auf den nächsten Tag eingestimmt. Am nächsten Tag ging es dann früh weiter. Schon bald erreichten wir unseren Zielhafen. Ganz schön eng, aber mittlerweile konnten wir den Gesellen schon ganz gut manövrieren. Das Zauberwort lautet Leinenarbeit.

Der Herrentag wurde ausgiebig gefeiert und am Abend verließen uns einige Mitreisende. Die beiden anderen Boote verschwanden am nächsten morgen, doch für einen Teil der Crew des Treuen Gesells begann das Wochenende erst.

Wir wollten weiter. Neues Ziel war der Werbellinsee. Der zweittiefste See in Brandenburg.

Wir fuhren einen Teil der Strecke mit den anderen zurück und bogen dann vom Malzer Kanal auf den Oder-Havel-Kanal in Richtung Westen ab. Kanal. Langweilig. Einfach nur geradeaus.

Dann kam unsere Abzweigung. Bei Marienwerder ging es Richtung Norden auf den Werbellinkanal. Was für ein Unterschied. Und wie schmal das ist. Oh Gott. Wenn uns hier einer entgegenkommt. An einer Schleuse traf ich dann ein Forumsmitglied vom Boote-Forum. Wir grüßten einander. Kurzer Schnack. Und nach unserer Rückkehr fand ich ein Foto des Treuen Gesellen in meinem Thread. Danke.

Ein paar Schleusen und kleinen Seen später lichtete sich der schmale, naturbelassene Kanal und wir waren da. Was für ein schöner See. Seiner Tiefe geschuldet war das Wasser kristallklar und azurblau. Das Echolot zeigte einen Maximalwert von 75 Metern.

Wir freuten uns und schmissen an einer schönen Stelle den Anker. Ab ins Wasser – verdammt kalt.

Wir suchten uns einen Steg für die Nacht und wurden an einem Außensteg fündig. Perfekt.

Wir verbrachten das Wochenende auf dem See und fuhren am Sonntag zurück zur Havelbaude.

Was für ein gelungenes Erlebnis.

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